„Ihr habt den Nerv unserer Zeit getroffen!“

Liest man Schlagzeilen in den Zeitungen oder sieht Nachrichten, kann einem angst und bange werden: Krisen, Krieg, Konflikte und eine Gesellschaft, die das Zuhören verlernt zu haben scheint. Das Internet voller Hate Speech und aggressiver Rhetorik in der Politik – aber das wird man ja wohl noch sagen dürfen!

Das Wiedererstarken des Extremismus beschäftigt die Schülerinnen und Schüler des Literaturkurses der Q1 so sehr, dass sie selbst ein Theaterstück zu diesem Thema schrieben. Wie äußert sich Hass? Woran erkennt man, dass Meinung zu Hass wird und vor allem: Kann man dem Hass entkommen?

Darauf gaben die Schülerinnen und Schüler in ihren Vorstellungen am 18.06. im Forum der Gesamtschule Hünxe mit ihrem Stück „Erzogen zum Hass“ eine eindeutige Antwort. Wer bisher Unbekanntes im eigenem Leben zulässt wird feststellen, dass „fremd“ nicht mit „gefährlich“ gleichzusetzen ist. Am Beispiel der Hauptfigur Maria zeigten die Schülerinnen und Schüler, dass Träume wahr werden können, wenn man den Mut hat, den eigenen Weg zu gehen – auch wenn das bedeutet, mit alten Freunden zu brechen und eine Konfrontation in der eigenen Familie auf sich zu nehmen. Die Zuschauer und Zuschauerinnen wurden eingeladen, sich mit Maria auf eine Reise zwischen Angst, Neugier und Vertrauen zu begeben. Am Ende dieser Reise bleibt die Aufforderung, auch in unserem Leben hinzusehen, zuzuhören und zu hinterfragen.

Gleich zwei Aufführungen veranstaltete der Literaturkurs. Die erste am Nachmittag für die Jahrgänge 9 und 11 und eine weitere, öffentliche Veranstaltung am Abend. Im Anschluss gab es jeweils eine Gesprächsrunde, in der Fragen aus dem Publikum beantwortet und Feedback gegeben wurde. Für die Schüleraufführung war sogar ein Kahoot Quiz entwickelt worden, um sicherzustellen, dass die Botschaft angekommen war. Gelobt wurde jeweils die Auswahl des Themas: „Ihr habt den Nerv unserer Zeit getroffen“, so das Urteil aus dem Publikum.

Dass dieses Anliegen erfolgreich vermittelt werden konnte, lag neben den Schauspielerinnen und Schauspielern auf der Bühne auch an den Bühnenarbeiterinnen und -arbeitern, die in Windeseile die Bühne immer wieder neu in Szene setzten. Die ebenso unermüdlich wie professionell arbeitende Bühnentechnik AG, für die sogar scheidende und ehemalige Schüler ihre Freizeit investierten, setzte die Produktion ins rechte Licht und sorgte dafür, dass (fast) immer der richtige Ton getroffen wurde.

Die Mitglieder des Literaturkurses sind zurecht stolz auf ihre Vorstellungen. Im Entstehungsprozess haben sie selbst die Erfahrungen gemacht, dass man sich auf Neues einlassen muss, dass man sich abstimmen und zusammenarbeiten muss, und dass man vielleicht auch mal die eigene Komfortzone verlassen muss, wenn man seinen eigenen Weg zum selbstgesetzten Ziel geht.